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Sicherheitsverdienstpreis 2017

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Bereits zum 40. Mal wurde am Montag dem 04. Dezember 2017 im Raiffeisenhaus Wien der Sicherheitsverdienstpreis an besonders engagierte Wiener Polizeibeamte verliehen. Die Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien ehrte fünf besonders herausragende Teams für ihre beherzten Einsätze im Dienst der öffentlichen Sicherheit.

Im Rahmen der Veranstaltung wurden so insgesamt 59 Mitarbeiter der Wiener Polizei, 2 Staatsanwälte und 3 Beamtinnen der Magistratsabteilung 17- Integration und Diversität sowie 2 Mitarbeiterinnen des Österreichischen Integrationsfonds mit diesem traditionsreichen Preis ausgezeichnet. Ein Beamter erhielt die Josef Holaubek Medaille, mit der Wiener PolizistInnen ausgezeichnet werden, die sich bei einem Einsatz verletzt haben. Die Medaille wurde dieses Jahr zum neunten Mal verliehen.

Generaldirektor Stv. Georg Kraft-Kinz, Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien: "Wir leben in einer der sichersten Städte der Welt, die professionelle Arbeit der Exekutive ist wesentlich für die Lebensqualität in Wien." Kraft-Kinz unterstrich anlässlich der Verleihung des Raiffeisen Sicherheitsverdienstpreises, dass "der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien diese Auszeichnung auch deshalb ein großes Anliegen ist, um die schwere Arbeit der Beamtinnen und Beamten der Exekutive in der Öffentlichkeit besonders zu würdigen." Er betonte darüber hinaus auch die große Wertschätzung für die Angehörigen der Beamten, die den oft herausfordernden Dienst mittragen.

Gemeinsam mit Kraft-Kinz ehrten die Generaldirektorin für die öffentliche Sicherheit, Dr. Michaela Kardeis, Dr. Johanna Holaubek und Landespolizeivizepräsident Mag. Franz Eigner die MitarbeiterInnen der Wiener Polizei: "Der Sicherheitsverdienstpreis bietet jedes Jahr eine hervorragende Möglichkeit, um Dank und Anerkennung für tolle Teamleistungen an Kolleginnen und Kollegen auszusprechen. Die Auszeichnung zeigt auch die erfolgreiche Sicherheitspartnerschaft mit der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien."

Fälschung von Urkunden in großem Stil aufgedeckt

Um Urkundenfälschungen im Zuge von Migrationsverfahren (z.B. Erschleichung der Österreichischen Staatsbürgerschaft, von Aufenthaltstiteln, des Bleiberechtes sowie Erschleichung von Sozialleistungen) aufzudecken, wurde im Oktober 2014 eine Arbeitsgruppe eingerichtet. Diese ermittelte gegen diverse Sprachinstitute, sonstige Bildungseinrichtungen (Fonds) und externe Tätergruppen. So gelang es beispielsweise – um nur eine Amtshandlung zu nennen – mit Hilfe von Hausdurchsuchungen und gezielten Ermittlungsmaßnahmen eine österreichweit agierende Tätergruppe rund um einen Rechtsanwalt auszuforschen und zu zerschlagen. Die Haupttäter wurden festgenommen und mittlerweile verurteilt. Bei ihrer Arbeit unterstützt wurden die Beamten dabei von ARGUS – einer Informationsplattform für das Erkennen von Sprachdiplomfälschungen. Mehr als 100 Fälschungen konnten so aufgedeckt werden.
Die bisherigen Ermittlungserfolge konnten nur durch koordiniertes, arbeitsteiliges Vorgehen und durch die überdurchschnittliche Leistung der Ausgezeichneten erzielt werden.

Die Ausgezeichneten: ABTEILUNG FREMDENPOLIZEI UND ANHALTEVOLLZUG: Gruppeninspektor Erich YOSHINO, Revierinspektor Valentin SZAGA-DOKTOR, Revierinspektor Dusan KOVACEVIC, Revierinspektor Andreas HOHSNER und Inspektor Mario KAINTZ; BMI ABT. III/4 und BK 6.2: Dr. Eva- Caroline PFLEGER, Mag. Mariane RERICHA und Dipl.Ing. Johann FUCHSLUGER; STAATSANWALTSCHAFT WIEN: Mag. Florian PÖSCHL

Erfolgreicher Schlag gegen Suchtmittelkriminalität

Im Dezember 2012 nahm die Gruppe KAUFMANN Ermittlungen gegen einen nigerianischen Staatsbürger wegen Verdachts der Geldwäsche auf, nachdem dieser innerhalb von zwei Monaten insgesamt 250.000 Euro von Wien nach Nigeria transferiert hatte. Das Geld wurde dabei in Gebrauchtwagen eingebaut, die in Containern per Schiff nach Nigeria geliefert wurden. Im Zuge der Ermittlungen stellte sich heraus, dass es sich bei den Kontakten des Verdächtigen nahezu ausschließlich um Personen mit Bezug zum Suchtgifthandel in großem Stil handelte. Durch engagierte und unermüdliche Ermittlungsarbeit konnten 45,7 kg Kokain und Heroin sichergestellt sowie insgesamt 98 Suchtgifttransporte mit 114 kg Kokain und Heroin nachgewiesen werden. Es kam bis dato zu 74 Festnahmen. Die fünfjährige komplexe Ermittlung mit unzähligen Observationen und technischen Überwachungen führte zur vollständigen Zerschlagung einer international organisierten Drogenhändlergruppe und deren Nachfolgeorganisationen. Auf diesem Weg konnten dem Wiener Suchtgiftmarkt wesentliche Mengen an Drogen entzogen werden.

Die Ausgezeichneten: LANDESKRIMINALAMT WIEN-AUSSENSTELLE WEST: Chefinspektor Alfred KAUFMANN, Abteilungsinspektor Gernot KAES, Bezirksinspektor Wolfgang SEIDL, Bezirksinspektor Christian HOLECEK, Bezirksinspektor Adolf SCHWEINZER und Gruppeninspektor Günter KUNZL; STAATSANWALTSCHAFT WIEN: Mag. Jörgen SANTIN

Internationaler Ring von Taschendieben ausgehoben

Organisierte Taschendiebe tragen weltweit zur Verunsicherung zahlreicher Menschen und zu sicherheitspolitisch schädigendem Ruf von ganzen Städten und Regionen bei. Vor allem der gezielte Einsatz von minderjährigen TäterInnen stellt die Polizei immer wieder vor große Herausforderungen.
Die Arbeitsgruppe "Taschendiebstahl" des Landeskriminalamts Wien konnte seit 2009 zahlreiche namhafte Erfolge verbuchen. 2017 gelang es ihnen fünf Hintermänner auszuforschen. Die kriminalistische Arbeit der Beamten führte zu einer Anklage wegen Menschenhandel, krimineller Vereinigung und Geldwäsche. Ein solcher Erfolg ist in ganz Europa auf große Anerkennung gestoßen, da nur in den seltensten Fällen ausreichend Beweise für eine solche Anklage ermittelt werden können.

Die Ausgezeichneten: LANDESKRIMINALAMT WIEN-AUSSENSTELLE ZENTRUM / OST: Chefinspektor Norbert KAPPEL, Abteilungsinspektor Albert SCHUSTER, Bezirksinspektor Herwig GRÜNDL, Bezirksinspektor Bernhard POGOTZ, Bezirksinspektorin Claudia SILGENER, Bezirksinspektor Claudia HUTTERER, Revierinspektor Manuel MAYER, Inspektorin Stephanie IRSIGLER, Revierinspektor Jürgen RAK, Revierinspektor Robert PUNTIGAM und Bezirksinspektor David FRATRICS

Verkehrsunfall mit Fahrerflucht in Rekordtempo aufgeklärt

Am 5. Mai 2017, gegen zwei Uhr nachts, kam es in Wien Favoriten zu einem schweren Verkehrsunfall. Dabei wurde ein Fußgänger lebensgefährlich verletzt. Der Taxilenker, der das Unfallfahrzeug steuerte, beging Fahrerflucht. Dem Team des Verkehrsunfallkommandos gelang es durch gruppen- und organisationsübergreifendes schnelles, koordiniertes und arbeitsteiliges Vorgehen aller involvierten Beamten den fahrerflüchtigen Lenker innerhalb nur eines Tages auszuforschen.

Die Ausgezeichneten: LANDESVERKEHRSABTEILUNG–FACHBEREICH VERKEHRSUNFALLAUFNAHME IN ZUSAMMENARBEIT MIT DEM LANDESKRIMINALAMT-AB07: Chefinspektor Martin KRAMSER, Abteilungsinspektor Helmut HAGER, Gruppeninspektor Christian JANOUCH, Gruppeninspektorin Birgit WOLLENEK, Gruppeninspektor Robert ARTNER, Revierinspektor Thomas KURZ, Inspektorin Teresa SCHULHEIM, BSc und Gruppeninspektorin Petra ZÖTSCH

Integration: erfolgreiches Schulungsprogramm entwickelt

Der von Revierinspektor Ing. Roland Fahrnberger entwickelte Workshop "no-means-no" bringt Flüchtlingen und Migranten Werte österreichischer Rechtsordnung und Kultur näher. Gemeinsam mit dem Österreichischen Integrationsfonds und der Magistratsabteilung für Integration und Diversität wurde dieser – eingebettet in bereits bestehende verpflichtende Wertekurse – in das Modul "Polizei & Sicherheit" implementiert. Seit März 2017 führen Trainerteams aus den unten angeführten Dienststellen mehrmals wöchentlich Schulungen für Migranten und Flüchtlinge durch. Die Vorträge weisen einen hohen Zulauf (2017: rd. 1.200 Personen) auf. Nächstes Jahr wird sich die Teilnehmeranzahl voraussichtlich verdoppeln. Diese Initiative wird in Zukunft auch beispielgebend für andere Bundesländer sein.

Die Ausgezeichneten: LANDESKRIMINALAMT/KRIMINALPRÄVENTION IN ZUSAMMENARBEIT MIT LANDESVERKEHRSABTEILUNG, ABTEILUNG FREMDENPOLIZEI UND ANHALTEVOLLZUG, STADTPOLIZEIKOMMANDEN INNERE STADT, MARGARETEN, JOSEFSTADT, FAVORITEN, SIMMERING, MEIDLING, FÜNFHAUS, DÖBLING, BRIGITTENAU UND DONAUSTADT: Oberstleutnant Michael HARTUNG, Kontrollinspektor Alexander LAZANSKY, Inspektor Mohamed IBRAHIM, Gruppeninspektor Thomas VEZENSKY, Revierinspektor Christian KLENNER, Revierinspektor Martina KOHLHAMMER MSc, Revierinspektor Mathias KREITNER, Inspektor Octavian SANDRU, Inspektor Marie-Luise SCHLEDERER BSc, Inspektor Rebecca FUCHS, Gruppeninspektor Jürgen ROSENTHALER, Gruppeninspektor Alexander HEINDL, Inspektor Claudia WURM, Revierinspektor Reinhard SZAKASITS, Revierinspektor Patricia HUBER, Gruppeninspektor Petra MACHO, Revierinspektor Verena DOPLER, Gruppeninspektor Alfred SCHIEBINGER, Gruppeninspektor Rudolf GREUL, Chefinspektor Thomas FRANKLIN MA, Revierinspektor Christopher HLAVKA, Revierinspektor Ing. Roland FAHRNBERGER, Bezirksinspektor Sabine GÜLDNER, Revierinspektor Christoph DÜCK, Gruppeninspektor Engelbert HORWATH und Gruppeninspektor Alexandra GREDINGER; MAGISTRATSABTEILUNG 17 – INTEGRATION UND DIVERSITÄT: Suzana RADANOVIC, BA und Fatme KHALIL-HAMMOUD, DSP; ÖSTERREICHISCHEN INTEGRATIONSFONDS: MMag. Jasmin AUGUSTIN, Mag. Nora KIENZER und Mag. Daniela BERGER

Josef Holaubek Medaille 2017

Beamte der Exekutive setzen Tag für Tag ihre persönliche Sicherheit und auch ihr Leben ein, damit andere Menschen nicht zu Schaden kommen. Mit der Josef Holaubek Medaille werden Mitarbeiter der Wiener Polizei ausgezeichnet, die im Rahmen eines Einsatzes verletzt worden sind. 2017 ging die Medaille an Gruppeninspektor Anton FLESCHITZ, vom Stadtpolizeikommando Floridsdorf, der im Zuge eines Einsatzes durch einen Motorradlenker niedergefahren wurde. Aufgrund seiner schweren Verletzungen musste Fleschitz mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden. Dort wurde er operativ versorgt und blieb stationär rund 1,5 Monate in Behandlung. Im Anschluss folgte noch eine zweimonatige Reha. Gruppeninspektor Anton Fleschitz ist aufgrund seiner schweren Verletzungen bis heute nicht dienstfähig.
Am 9. Oktober 2017 fand die Gerichtsverhandlung statt. Der Motorradfahrer wurde zu sechs Jahren unbedingter Haft verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, da die Staatsanwaltschaft Berufung einlegte.

Die Kollegen der Landespolizeidirektion Wien gratulieren allen Preisträgern herzlich.

Artikel Nr: 293313
vom Dienstag,  05.Dezember 2017,  13:36 Uhr.

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BM.I – HEUTE


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