STEIERMARK

LPD-Führungskräfte Steiermark

Mag. 
                    Josef Klamminger

Landespolizeidirektor Mag. Josef Klamminger
© BM.I / E. Weissheimer

Führungskräfte des LPD Steiermark

Führungskräfte des LPD Steiermark
© BM.I / E. Weissheimer

Die beruflichen Stationen von
Mag. Josef Klamminger

  • Hofrat Mag. Josef Klamminger, geboren 1955 in Graz
  • 1. November 1976:
    Eintritt als Sicherheitswachebeamter in die BPD Graz
  • 1. Juli 1983:
    Dienstführender Beamter; nebenbei Studium der Rechtswissenschaften
  • 9. Mai 1989:
    Sponsion zum Mag. iur.
  • 1. Juni 1990:
    Überstellung in die Verwendungsgruppe A1; Dienst im Strafamt der BPD Graz
  • 1. November 2000:
    Sicherheitsdirektor Steiermark
  • 2001/02:
    9. Führungskräftelehrgang des BM.I
  • 1. September 2012:
    Landespolizeidirektor Steiermark

Welche Ziele verfolgen Sie in Ihrer neuen Funktion als Landespolizeidirektor?

Als unabdingbar für die Funktionalität einer Landespolizeidirektion sehe ich das Streben im Vordergrund, ein gleichberechtigtes, sich konstruktiv ergänzendes Zusammenfließen von Wachkörper und Behörden zu erzielen. Es soll ein neues Ganzes entstehen. Die tragenden Säulen dabei sind auf der einen Seite das Operative und auf der anderen Seite die Behörde – jeweils repräsentiert durch Geschäftsführer. Sie sind nach dem Prinzip der Gemeinsamkeit ohne Anspruch auf Hegemonie in der Gewichtung gleich. Und sie treffen ihre Entscheidungen kollektiv – selbstverständlich unter Beachtung der Eigenheit einer monokratischen Behörde.
Jedes Land, jeder Bezirk, jede Gemeinde weist ganz eigene Gesetzmäßigkeiten, Entitäten und deliktische Problembereiche auf. Graz ist nicht vergleichbar mit Leibnitz, Murau nicht mit Mürzzuschlag. Eine Organisation, die das berücksichtigt, muss den Bezirks- und Stadtpolizeikommanden ein bestimmtes Maß an Selbstständigkeit einräumen, beim Setzen von Maßnahmen ein selbstständiges Handeln einfordern und bei bezirksübergreifenden Problemlagen ausgleichend tätig werden.
Im Zuge der Haushaltsrechtsreform und Einführung des Globalbudgets im Jahr 2013 ist im Hinblick auf die Wirkungsziele die Notwendigkeit verbunden, jene Nischen aufzuspüren, die Einsparungspotenziale erwarten lassen.
Der seinerzeitige Paradigmenwechsel – weg von den Spezialisten hin zu den Generalisten – hat zwangsläufig einen Verlust an Qualität mit sich gebracht. Kriminologische Sachverhalte der besonderen Art, wie Internet-Kriminalität, Sozialbetrug am Bau, Skimming, usw. verlangen zu ihrer Bekämpfung besondere Fachkenntnisse. Das ist unbestritten. Im Rahmen des Wissens- und Qualitätsmanagements werden wir aber auch die administrative Abwicklung von Berichten an die Staatsanwaltschaften in Qualität, Art, Umfang und hinsichtlich des zeitlichen Aufwands hinterfragen und Verbesserungen anstreben. Wenn wir mögliche Szenarien analytisch aufbereiten, so ist neben der allgemeinen Internetkriminalität das Augenmerk auf das Phänomen der Selbstradikalisierung zu richten. Sie erfolgt anonymisiert über das Netz und ist kriminell, religiös oder politisch motiviert – sowohl was den Links- als auch den Rechtsextremismus betrifft. Wir stehen also vor einer ganzen Reihe von Herausforderungen. Wir werden sie meistern.

Wo werden Sie Ihre ersten Schwerpunkte setzen?

Die Suchtgiftproblematik im Großraum Graz hat sich in den letzten Jahren verändert. Sie hat da und dort deutlich zugenommen und braucht für ihre Bekämpfung besonderer Maßnahmen. Private Anbaugebiete für Cannabis mit hohem THC-Gehalt im slowenischen Polizeibezirk Murska Sobota und die immer noch aktuelle Balkanroute erfordern es auf regionaler Ebene, die intensive Zusammenarbeit mit dem südlichen Nachbarn fortzusetzen. Neue synthetische Drogen haben eine verheerende Wirkung auf Körper und Geist. Der Mischkonsum von Drogenersatzstoffen und so genannten „Benzos“ durch junge Menschen, die im Umgang mit diesen Substanzen besonders unerfahren sind, hat in der Steiermark die Zahl der Drogentoten deutlich ansteigen lassen. Das veranlasst uns, die bereits angepeilten Schwerpunktaktionen auszudehnen und die Teilnahme am Suchtpräventionsprogramm des Landes Steiermark zu intensivieren.
Ein weiterer nächster Schwerpunkt ist die praktische Erprobung des Desaster-Victim-Identification-Programms, wobei hier die Steiermark eine Vorreiterrolle hat.
Für ein Zusammenleben in Vielfalt ist oberste Prämisse die europäische und österreichische Rechts- und Werteordnung. Dabei kommt den Menschenrechten eine besondere Rolle zu. Der Bedeutung von Integration als Querschnittsmaterie ist im Innenressort durch die Errichtung eines eigenen Staatssekretariats Rechnung getragen worden. Die deutsche Sprache ist Kommunikationsmittel und im täglichen Umgang eine unverzichtbare Voraussetzung für Teilnahme an der Gesellschaft. Eine gediegene Schul- und Berufsausbildung erhöht die Perspektiven und wirkt gegen steigende Arbeitslosigkeit als Ursache für Aufstand und Aufruhr. Wir sind der Integrationspartnerschaft des Landes Steiermark aus Überzeugung beigetreten und wir werden diese Aktivität konstruktiv fortsetzen.

Wenn Sie in fünf Jahren gefragt würden: Was haben Sie erreicht? Was würden Sie darauf als Antwort geben?

Die Hauptaufgabe einer Landespolizeidirektion ist es, Sicherheit bestmöglich zu gewährleisten und dem Grundbedürfnis der Menschen zu entsprechen. Nach Abschluss der aufbau- und ablauforganisatorischen Prozesse sollten die bisherigen Organisationseinheiten so miteinander verschmolzen sein, dass es der neuen Polizei im Zusammenwirken mit den nachgeordneten Sicherheitsbehörden sowie den Blaulichtorganisationen möglich ist, flexibel auf Entwicklungen zu reagieren und künftige Herausforderungen zu bewältigen.

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