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Nach Abschluss der Grundausbildung steht den Polizistinnen und Polizisten der Wiener Polizei neben der Tätigkeit im uniformierten Streifendienst ein weites Spektrum an unterschiedlichen Arbeitsfeldern offen. Im vergangenen Monat haben wir einen PI-Ermittler (Ermittler auf einer Polizeiinspektion) besucht und möchten in diesem Monat die Tätigkeit der Brandgruppe des Landeskriminalamtes Wien vorstellen.

Beim Eintreffen in den Ermittlungsbereich 08 (Zentrale Brand- und Explosionsermittlung) im 9. Bezirk werden wir vom stellvertretenden Leiter des Ermittlungsbereiches, Herrn Chefinspektor K., herzlich begrüßt. Er erzählt, dass der Ermittlungsbereich in seiner derzeitigen Zusammensetzung (17 Kollegen sowie eine Kollegin) seit Oktober 2014 besteht. Die Bediensteten verrichten ihren Dienst Montag bis Freitag hauptsächlich im Tagdienst. Jedoch wird rund um die Uhr ein sogenannter "Journal-Dienst" besetzt, welcher von je zwei Kollegen/innen verrichtet wird und der für die Ersterhebungen nach einem Brandereignis zuständig ist. Im Jahr bearbeiten die Bediensteten der Brandgruppe ca. 1500 Branddelikte und haben damit alle Hände voll zu tun.

Bei einem Brandereignis leiten die ersteinschreitenden uniformierten Streifenpolizisten/Streifenpolizistinnen die notwendigen Sofortmaßnahmen, wie beispielsweise die Verständigung der Feuerwehr und Rettung ein, sichern den Brandort soweit wie möglich ab und verständigen in weiterer Folge die Brandgruppe des Landeskriminalamts. Der "Journal-Dienst" hat dann für die weiteren Erhebungen zu sorgen. Nachdem ein Brand gelöscht ist, können die Brandermittler/innen mit der Spurensuche beginnen.

Am Tatort hat das Auffinden des Brandherdes oberste Priorität. Sobald dieser gefunden wird, können weitere Überlegungen angestellt werden. Der Brandherd gibt Aufschluss über die Brandursache und somit darüber, ob es sich bei dem Brand um eine Brandstiftung, einen Unfall oder einen technischen Defekt handelt. Sollte sich herausstellen, dass der Brand aufgrund eines technischen Defekts ausgebrochen ist und kein Fremdverschulden vorliegt, ist die Arbeit der Brandermittler soweit abgeschlossen, da es sich um keinen strafrechtlichen Tatbestand handelt. Es wird lediglich ein Bericht an die Staatsanwaltschaft übermittelt. Spannend wird es aber, wenn Brandbeschleuniger oder Ähnliches Ursache des Brandes waren. Dann beginnt für die Ermittlerinnen und Ermittler die herausfordernde Arbeit. Um eine Tat klären zu können ist eine exakte und taktisch richtige Spurensuche und eine fotografische Dokumentation des Tatortes unerlässlich. Damit legen sie einen wichtigen Grundstein für die Klärung der Tat. Mit Einwegoveralls, Besen und Rechen machen sich die Ermittler/innen auf zum Tatort. Eine solche Spurensuche kann mitunter mehrere Stunden oder gar Tage in Anspruch nehmen. Zudem werden häufig Brandmittelspürhunde zum Tatort herangezogen. Diese Hunde sind für das Auffinden von Brandbeschleunigungsmittel ausgebildet und unterstützen die menschlichen Kollegen gerne und oft.

Auf die Frage, welches denn das größte Erfolgserlebnis von Herrn Chefinspektor K. war, erzählt er, dass ihm sofort ein Brandereignis aus dem Jahr 2014 einfällt. "Damals hat ein Mann, der kurz vor der Delogierung stand, ein Wohnhaus im 1. Bezirk unter Verwendung von Benzin in Brand gesetzt und damit auch den Tod einer jungen Frau verantwortet", so Herr Chefinspektor K. Weiters erzählt er, dass das Team der Brandgruppe den Täter mehrmals einvernehmen musste. Der Brandverursacher hat die Tat jedoch stets bestritten. Durch äußerst umfangreiche Ermittlungen und diverser Zeugenaussagen konnte dem Täter die Tat schließlich nachgewiesen und dieser vom Gericht zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt werden. "Obwohl die Erhebungen sehr langwierig waren, hat mir der Erfolg gezeigt, dass sich die Anstrengungen ausgezahlt haben" ergänzt Herr Chefinspektor K.

Abschließend hat uns noch brennend interessiert, was Herrn Kollegen K. an seiner Tätigkeit am meisten begeistert. "Das Fachgebiet "Brand" ist ein Gebiet für sich. Kein Brand ist wie der andere. Die Motive für eine Brandstiftung sind sehr breitgefächert. Dieses kann beispielsweise Betrug, Einbruch, aber auch Eifersucht und Rache sein und das fasziniert. Ohne dieses Interesse und diese Faszination an diesem Bereich könnte ich wohl nicht seit mehr als 20 Jahre im Brandbereich tätig sein", so der stellvertretende Leiter des Ermittlungsbereiches.

Artikel Nr: 286194
vom Donnerstag,  10.August 2017,  09:14 Uhr.

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