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Schutz vor Sextortion

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© stock.adobe.com/nito

In den letzten Wochen erreichten die Polizei wieder vermehrt Anzeigen von Sextortion-Fällen. Darunter versteht man eine Erpressungsmethode, bei der eine Person mit Bild- und Videomaterial erpresst wird, das sie beim Vornehmen sexueller Handlungen an sich selbst und/oder nackt zeigt.

Vorgehensweise:

Die Zielpersonen erhalten über soziale Netzwerke eine Einladung oder Freundschaftsanfrage von einer ihnen unbekannten, attraktiven Person. Nach einer Kennenlernphase erfolgt die Aufforderung an das Opfer, in einen Videochat zu wechseln und sich dort nackt zu zeigen, zu masturbieren oder anzüglich zu posieren. Um glaubhaft zu wirken, macht die Person mit betrügerischen Absichten sogar den ersten Schritt, indem sie sich nackt zeigt oder beginnt, sich vor der Zielperson zu befriedigen. Manchmal findet die Kommunikation aber auch ausschließlich in Messenger-Apps statt – die Betroffenen sollen hier aufreizende Fotos von sich senden, mit denen sie später erpresst werden.

In der Regel wird der Veröffentlichung der Videos oder Nacktfotos in sozialen Netzwerken oder mit der Übermittlung an die Familie oder Freunde der Betroffenen gedroht. Die Täter nutzen dabei die Angst und Scham der Opfer als Druckmittel. Es sind auch Fälle bekannt, in denen die Erpressung stattgefunden hat, obwohl die Betroffenen den Betrugsversuch rechtzeitig erkannt und sich nicht vor der Webcam ausgezogen bzw. keine Nacktfotos verschickt haben. Die vorhandenen harmlosen Videoaufnahmen bzw. Profilbilder des Opfers werden mit gefälschten Aufnahmen sexueller Handlungen manipuliert.

Wie lässt sich ein mögliches Sextortion- Profil erkennen?

• Auf verdächtigen Profilen gibt es meist wenig persönliche Informationen, aber viele aufreizende Fotos.
• Neue Online-Bekanntschaften wollen rasch in einen Video-Chat wechseln.
• Im Video-Chat beginnt sich das Gegenüber schon nach kurzer Zeit auszuziehen.

Wie können Sie sich schützen?

• Brechen Sie unverzüglich den Kontakt ab, wenn Ihnen das Gegenüber verdächtig erscheint.
• Sollte ein Kontakt zustande gekommen sein, folgen Sie in keinem Fall Aufforderungen sich selbst nackt zu zeigen.
• Decken Sie Ihre Webcam ab, solange Sie Ihrem Gegenüber nicht vertrauen. Denken Sie daran, dass alles was Sie vor der Webcam machen, vom Gegenüber aufgezeichnet werden kann.
• Wählen Sie sichere Privatsphäre-Einstellungen in sozialen Netzwerken. Je weniger von Ihrem Profil öffentlich einsehbar ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit in das Visier von Sextortion-Erpressern zu geraten.

Wenn Sie Opfer geworden sind:

• Brechen Sie sofort jeglichen Kontakt mit den Erpressern ab und blockieren Sie diese, wenn möglich, im Sozialen Netzwerk. Melden Sie die Fake-Accounts der Betrüger an die Seitenbetreiber.
• Gehen Sie nicht auf die Forderungen ein und überweisen Sie kein Geld. Das Bezahlen schützt nicht vor einer Veröffentlichung – oft fordern die Täter nach der ersten Überweisung noch mehr Geld.
• Sichern Sie relevante Beweismittel, die den Betrug belegen: Screenshots des betrügerischen Accounts, das Chat-Protokoll, den E-Mail-Verkehr.
• Erstatten Sie Anzeige bei der nächsten Polizeidienststelle. Nur so ist eine strafrechtliche Verfolgung der Erpresser möglich.

Artikel Nr: 377680
vom Montag,  09.Mai 2022,  11:31 Uhr.

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