NIEDERÖSTERREICH

  • LPD
  • Berichte aus der LPD Niederösterreich

Großer Schlag gegen Kinderpornografie

Foto

Brigadier Omar HAIJAWI-PIRCHNER, BA MA mit MR Mag. Andreas Holzer, MA
© LPD

Foto

Waffe die der Beschuldigte bei seiner Festnahme bei sich führte
© LPD

Bei einer am 2. Juli 2020 im Landeskriminalamt Niederösterreich durchgeführten Pressekonferenz informierten der Leiter des Landeskriminalamtes, Brigadier Omar Haijawi-Pirchner, BA MA und der Leiter der Abteilung Ermittlungen, organisierte und allgemeine Kriminalität im Bundeskriminalamt, MR Mag. Andreas Holzer, MA über gemeinsame Ermittlungserfolge und Maßnahmen im Kampf gegen Kindesmissbrauch mit Kinderpornografie.

Präsentiert wurde die Klärung eines besonders drastischen Falls samt Ausforschung eines 43-jährigen bosnischen Staatsbürgers als Hauptbeschuldigter sowie von 5 weiteren Beschuldigten.

Zur Pressekonferenz wurde über die Klärung eines besonders drastischen Falls von Kindesmissbrauch und Kinderpornografie mit der Ausforschung eines 43-jährigen bosnischen Staatsbürgers und fünf weiteren Beschuldigten informiert.
Eine Zeugin erstattete im Dezember 2019 bei dem im Vorjahr gegründeten Referat Sexualstraftaten und Kinderpornografie am Bundeskriminalamt Anzeige gegen einen vorerst unbekannten Täter, welcher ein unmündiges Mädchen über ein Sexportal zu sexuellen Handlungen anbot.
Die weiteren umfangreichen Ermittlungen wurden von Kriminalisten des Landeskriminalamtes Niederösterreich, Ermittlungsbereich Menschenhandel, geführt, wobei ein 43-jähriger bosnischer, mehrfacher Familienvater als Beschuldigter ausgeforscht werden konnte.
Der Beschuldigte soll im Jahr 2019 das damals 6-jährige Mädchen einer befreundeten Familie in einer Wohnung in Wien mit Drogen und Alkohol betäubt, schwer sexuell missbraucht und von dem Mädchen pornographische Lichtbilder erstellt und versendet haben. Am 7. Dezember 2019 soll der Beschuldigte das Mädchen in Niederösterreich gegen Entgelt zum sexuellen Missbrauch angeboten haben.
Er wird auch von seinen heute 19-jährigen und 21-jährigen Töchtern des schweren sexuellen Missbrauchs beschuldigt, wobei diese Übergriffe seit dem Jahr 2003 bis 2009 im Heimatland Bosnien mehrmals wöchentlich stattgefunden haben sollen. Folgend dürfe er die 21-Jährige bis zum Jahr 2012 und die 19-jährige bis zum Jahr 2014 an Wohnadressen in Wien fortlaufend schwer sexuell missbraucht, bedroht und eingeschüchtert haben. Zusätzlich steht der Beschuldigte im Verdacht auch seinen zum Tatzeitpunkt 8-jährigen Sohn während eines Heimaturlaubs im Sommer 2019 in Bosnien sexuell missbraucht zu haben.
Bei den weiteren intensiven Ermittlungen konnten die Kriminalisten vom Mobiltelefon des 43-Jährigen in akribischer Datenauswertung zahlreiche Video- und Bilddateien mit der pornografischen Darstellungen Minderjähriger sicherstellen sowie einen Absender und vier Empfänger als Beschuldigte ausforschen.
Dazu wurden zwei syrische Staatsbürger im Alter von 34 und 53 Jahren, ein iranischer Staatsbürger im Alter von 33 Jahren, ein afghanischer Staatbürger im Alter von 28-Jahren und ein österreichischer Staatbürger im Alter von 55-Jahren ausgeforscht. Sie werden den Staatsanwaltschaften Wien, Linz und Wr. Neustadt nach Verdacht der pornographischen Darstellung Minderjähriger angezeigt.
Der 43-jährige Beschuldigte wurde wegen Nötigung, der Vergewaltigung, des schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen, der pornografischen Darstellungen Minderjähriger, der sittlichen Gefährdung von Personen unter sechzehn Jahren, der Blutschande, des Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses, der entgeltlichen Vermittlung von Sexualkontakten mit Minderjährigen, sowie des unerlaubten Besitzes einer Faustfeuerwaffe und Munition der Staatsanwaltschaft Wien angezeigt und in die Justizanstalt Josefstadt eingeliefert. Er ist nicht geständig.
Bundesweit konnte im Jahr 2019 durch die Zusammenarbeit mit dem insgesamt National Center for Missing and Exploited Children (NCMEC) 468 Verdächtige ausgeforscht werden. Eine eigene Meldestelle (E-Mail: meldestelle@interpol.at) nimmt Hinweise entgegen, wenn auf einer Webseite oder in einer Newsgruppe Texte oder Bilder entdeckt werden, die kinderpornografische Inhalte enthalten oder wenn auf einer Internetseite Sextourismus mit Kindern angeboten wird.

MR Mag. Andreas Holzer, MA lobt die Ermittler: "Es freut mich, dass es dem Landekriminalamt Niederösterreich und dem Bundeskriminalamt mit enormen Engagement, Fingerspitzengefühl und Teamgeist gelungen ist, einen besonders erschreckenden Fall zu klären. Kein einziger Fall darf übersehen werden, der Kinderschutz steht an erster Stelle und darf keine Ressourcenfrage sein."

Brigadier Omar Haijawi-Pirchner, BA MA ist stolz auf seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: "Ich bedanke mich bei den Ermittlerinnen und Ermittlern für ihre herausragende Arbeit, die zur Ausforschung und Festnahme des Täters führte und somit die minderjährigen Opfer vor weiteren schrecklichen Verbrechen bewahrte. Die Anonymität im Internet und die modernen Kommunikationsmitteln spielen den Pädophilen und ihren Netzwerken in die Hände, umso mehr ist es auch unsere Verantwortung darauf hinzuweisen, dass für die Ermittlungsbehörden dringende Notwendigkeit für entsprechende Befugnisse und Instrumente besteht, um gerade in diesem Deliktsbereich, bei Einhaltung des erforderlichen Rechtschutzes, Informationen von Internet- und Kommunikationsanbietern zu erhalten, die für unsere wichtige Arbeit unerlässlich sind."

Autor: AbtInsp Walter Schwarzenecker

Artikel Nr: 344879
vom Donnerstag,  02.Juli 2020,  12:55 Uhr.

Reaktionen bitte an die LPD Niederösterreich

BM.I – HEUTE


Drohnen-Pilotversuch startet im August

"Drohnen können Luftbildaufnahmen in Echtzeit liefern und illegale Grenzübertritte noch rascher entdecken", sagt Innenminister Karl Nehammer.

© BKA/Andy Wenzel

Im August 2020 startet ein Drohnen-Pilotversuch an den Grenzen zu Ungarn und Slowenien, um illegale Grenzübertritte rascher entdecken und Einsatzkräfte noch schneller an den Einsatzort schicken zu können.

VERANSTALTUNGEN


 

INTERNATIONALES & EU


Einigung bei Ministerkonferenz

Einigung bei Ministerkonferenz: Plattform für Kampf gegen illegale Migration beschlossen

© BMI/Makowecz

Am 23. Juli 2020, dem zweiten Tag der Ministerkonferenz zur Bekämpfung illegaler Migration an den östlichen Mittelmeerrouten, wurde eine Plattform für den Kampf gegen illegale Migration mit Standort in Wien beschlossen, um Aktivitäten in den Bereichen Grenzschutz, Rückführungen, Schleppereibekämpfung und Asylverfahren zu koordinieren.