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Polizeiliche Jahresbilanz 2020

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In Salzburg wurden 2020 im Vergleich zum Vorjahr deutlich weniger Delikte zur Anzeige gebracht. Zeitgleich konnte die Aufklärungsquote erstmals auf annähernd 57 Prozent gesteigert werden. Der Zehn-Jahres-Trend der Gesamtkriminalität bleibt damit weiterhin rückläufig. Cybercrime bleibt die große Herausforderung.

Gesamtkriminalität
Die Zahl der Anzeigen ist 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 14,9 Prozent auf 28.083 Anzeigen gesunken (2019: 33.007). Im Zehnjahresvergleich ist ein deutlicher Rückgang zu erkennen. Die Rückgänge sind vor allem auf die Abnahme der Anzeigen bei den "Strafbaren Handlungen gegen Leib und Leben" (minus 805 Anzeigen) und "Strafbare Handlungen gegen fremdes Vermögen" (minus 3.281 Anzeigen) zurückzuführen.
Die Aufklärungsquote ist 2020 um 2,0 Prozentpunkte auf 56,8 Prozent angestiegen. Salzburgs Landespolizeidirektor Bernhard Rausch ist stolz, dass es der Salzburger Polizei gelungen ist, die Aufklärungsquote im letzten Jahr weiter zu steigern. "Diese Steigerung der Aufklärungsquote - auf nunmehr annähernd 57 Prozent - basiert auf der ausgezeichneten Arbeit aller Polizistinnen und Polizisten im Bundesland Salzburg."

Gewaltkriminalität
4.756 Gewaltdelikte wurden 2020 angezeigt, das entspricht einem Minus von 9,8 Prozent. 2019 wurden noch 5.274 Gewaltdelikte zur Anzeige gebracht. Bei 61,4 Prozent der begangenen Taten gab es eine Beziehung zwischen Täter und Opfer (3.356 Täter-Opfer-Beziehungen). 2020 war, wie in den Jahren zuvor, das Haupttatmittel die Stichwaffe. Sie kam bei 149 Delikten zum Einsatz. Schusswaffen wurden in 29 Fällen als Tatmittel verwendet. 2020 wurden vier vollendete Morddelikte erfasst, bei denen drei Frauen getötet wurden (2019: 2 Frauen bei 5 Morden).
2020 wurden im Deliktfeld "Gewalt in der Privatsphäre" 1.171 Delikte angezeigt. Für diesen Bereich werden Delikte wie Mord, Körperverletzung, Freiheitsentziehung, gefährliche Drohung bis hin zu sexuellem Missbrauch ausgewertet. Bei diesen Delikten besteht nahezu immer ein Naheverhältnis, wodurch die Aufklärungsquote naturgemäß hoch (99,7 Prozent) ist. Im Vergleich zum Vorjahr stieg dieses Deliktsfeld um 155 Fälle.

Eigentumskriminalität
Die Eigentumskriminalität insgesamt ist in Salzburg 2020 um 25,4 Prozent auf 8.262 Anzeigen gesunken (2019: 11.069 Anzeigen). 2020 wurden der Polizei in Salzburg 299 Anzeigen wegen Einbruchs in einen Wohnraum (Wohnhaus oder Wohnung) gemeldet (2019: 401). Das entspricht einem Rückgang von 25,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Vergleich dazu gab es im Jahre 2018 als Höchststand noch 654 Wohnraumeinbrüche.
Der Diebstahl von Kfz ist 2020 mit 73 angezeigten Delikten stark gesunken (2019: 109). Dies gilt auch für die Anzahl der Taschen- und Trickdiebstähle. 2020 wurden lediglich 350 Anzeigen erstattet, was somit den Tiefststand der letzten zehn Jahre darstellt. 2011 waren es noch 1.390 Anzeigen.
Suchtmittelkriminalität
2020 wurden 2.613 Delikte nach dem Suchtmittelgesetz zur Anzeige gebracht, ein Minus von 5,5 Prozent (2019: 2.765).

Internetkriminalität
Die Internetkriminalität ist auch 2020 gestiegen: Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das eine Zunahme von 24,4 Prozent (2019: 1.481 Delikte/2020: 1.842). Landespolizeidirektor Bernhard Rausch dazu: "Es ist mir ein persönliches Anliegen, einhergehend mit den Präventions- und Repressionsoffensiven des Bundeskriminalamtes, im Deliktsbereich der Cyberkriminalität Schwerpunkte zu setzen. Einerseits in der Aus- und Fortbildung unserer Experten, andererseits bei der Beschaffung und Bereitstellung der notwendigen Ressourcen."

Wirtschaftskriminalität
Die Wirtschaftskriminalität ist 2020 von 4.503 Anzeigen auf 3.857 Delikte gesunken, ein Rückgang um 14,3 Prozent. Der Großteil der Fälle entfiel auf Betrugsdelikte (2020: 1.978). Im Bereich des Sozialleistungsbetrugs stellte die Polizei 139 Anzeigen, was einer Zunahme um 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht (2019: 113).

Artikel Nr: 356907
vom Donnerstag,  18.März 2021,  15:14 Uhr.

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